Was ein Familienunternehmen ist
Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn zählt ein Unternehmen zu den Familien- und Eigentümerunternehmen, wenn bis zu zwei natürliche Personen oder ihre Familienangehörigen mindestens 50 Prozent der Anteile halten und diese Personen der Geschäftsführung angehören. Die Größe spielt dafür keine Rolle. Auch Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten oder mehr als 50 Millionen Euro Umsatz fallen darunter, wenn Eigentum und Leitung in einer Hand liegen.
Wer entscheidet
In inhabergeführten Unternehmen entscheidet die Eigentümerfamilie über Strategie, Investitionen und oft auch über Personal. Andere Unternehmen in Familienbesitz werden von angestellten Managern geführt, während die Familie im Beirat oder Aufsichtsrat sitzt. Für dich macht das einen Unterschied: Im ersten Fall arbeitest du oft direkt mit den Eigentümern, im zweiten eher mit einer angestellten Führungsebene.
Häufige Stellen
Auf dieser Seite stammen viele Anzeigen aus Pflege und Rettungsdienst, aus Industrie und Handwerk sowie aus Dienstleistungen. Daneben sind Betriebsleitung, Finanzbuchhaltung, Kfz-Technik und Objektleitung in der Gebäudereinigung häufig. Drei davon im Vergleich:
| Merkmal | Objektleitung | Kfz-Mechatronik | Finanzbuchhaltung |
|---|---|---|---|
| Aufgabe | Reinigungsobjekte, Personal, Qualität | Wartung, Diagnose, Reparatur | Buchungen, Zahlungsverkehr, Abschlussvorbereitung |
| Qualifikation | Erfahrung in der Gebäudereinigung, Führung | Ausbildung Kfz-Mechatronik | Kaufmännische Ausbildung |
| Arbeitszeiten | Früh, abends, je nach Objekt | Werkstattzeiten | Bürozeiten |
Beirat und Gesellschafterkreis
Größere Familienunternehmen haben oft einen Beirat, der die Geschäftsführung berät oder kontrolliert und in dem auch externe Fachleute sitzen. Bei mehreren Familienstämmen legen Gesellschafterverträge fest, wie Entscheidungen fallen. Für Führungskräfte ist es hilfreich zu wissen, wer im Gesellschafterkreis welchen Einfluss hat, bevor sie eine Stelle annehmen.
Nachfolge als Thema
In Familienunternehmen steht irgendwann ein Generationswechsel an. Er kann Chancen bieten, etwa für Führungskräfte, die eine Übergabe begleiten, und er kann die Richtung des Unternehmens verändern. Frag im Gespräch offen, wie die Nachfolge geregelt ist und wer in den nächsten Jahren die Entscheidungen trifft.
Familiengeführte Einrichtungen in Pflege und Gesundheit
Viele Pflegeheime, ambulante Dienste und kleinere Kliniken sind in Familienhand. Für Pflegekräfte bedeutet das oft einen direkten Draht zur Leitung und kurze Wege bei Dienstplanfragen. Frag nach Tarifbindung, Fortbildungen und nach der Personalausstattung, denn diese Punkte unterscheiden sich zwischen Einrichtungen stark.
Kurze Entscheidungswege
In inhabergeführten Unternehmen fallen viele Entscheidungen im direkten Gespräch. Das macht Vorschläge schnell umsetzbar, verlangt aber auch, dass du Themen selbst ansprichst.
Worauf du in Anzeigen achtest
Nicht jedes Unternehmen, das sich Familienunternehmen nennt, wird noch von der Familie geführt. Frag nach, wer die Anteile hält und wer in der Geschäftsführung sitzt.