Keine einheitliche Linie
Familienunternehmen reichen vom Handwerksbetrieb mit zehn Beschäftigten bis zum international tätigen Industriekonzern. Entsprechend unterschiedlich wird bezahlt. Manche sind tarifgebunden oder haben eigene Vergütungssysteme mit Gehaltsbändern, andere vereinbaren Gehälter mit jeder Person einzeln. Frag nach, nach welchem System deine Stelle eingestuft ist.
Sonderzahlungen und Beteiligung
Einige Familienunternehmen beteiligen Beschäftigte am Jahresergebnis, zahlen Weihnachts- und Urlaubsgeld oder bieten Anteile am Unternehmen an. Werden dir Anteile am Arbeitgeber verbilligt oder unentgeltlich überlassen, bleibt der Vorteil bis 2.000 Euro im Jahr steuerfrei, wenn alle Beschäftigten mit mindestens einem Jahr Betriebszugehörigkeit das Angebot erhalten. Prüfe, ob Sonderzahlungen vertraglich zugesagt oder freiwillig unter Vorbehalt gezahlt werden.
Gehälter auf dieser Seite
Beispiele:
Sonderzahlungen, Ergebnisbeteiligung und Tarifbindung verändern das tatsächliche Einkommen.
Sachbezüge und Dienstwagen
Neben Geld bieten Familienunternehmen oft Sachbezüge an, etwa einen Dienstwagen, ein Dienstrad oder Essenszuschüsse. Darfst du einen Dienstwagen privat nutzen, wird dafür ein geldwerter Vorteil versteuert, bei Verbrennern meist ein Prozent des Listenpreises im Monat, bei Elektrofahrzeugen ein geringerer Anteil. Rechne solche Leistungen in den Vergleich mit anderen Angeboten ein.
Gehaltsgespräch mit der Familie
Sitzt ein Mitglied der Eigentümerfamilie im Gespräch, entscheidet es oft selbst über das Angebot. Begründe deine Vorstellung mit Aufgaben und Verantwortung, nicht mit Durchschnittswerten aus dem Internet. Frag auch, wie sich Gehälter im Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt haben.
Langfristigkeit prüfen
Familienunternehmen werben oft mit langfristiger Ausrichtung. Ob das für deine Stelle zutrifft, erkennst du an Fakten: Wie lange sind Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen, wie hat sich die Zahl der Beschäftigten entwickelt, und investiert das Unternehmen am Standort. Solche Fragen sind im Gespräch üblich und zeigen Interesse.
Ergebnisbeteiligung verstehen
Eine Beteiligung am Jahresergebnis hängt davon ab, wie das Unternehmen abschneidet und wie die Verteilung geregelt ist. Lass dir erklären, auf welcher Kennzahl sie beruht, wie sie in den letzten Jahren ausgefallen ist und ob sie vertraglich zugesagt oder freiwillig ist. Rechne sie nicht fest in dein Jahresgehalt ein, solange sie nicht vertraglich zugesagt ist.
Weiterbildung als Teil des Pakets
Frag auch nach Weiterbildung. Übernimmt das Unternehmen Kosten für eine Meister- oder Fachwirtfortbildung, ist das ein Wert, der sich später im Gehalt zeigen kann. Prüfe, ob eine Rückzahlungsklausel vereinbart wird, falls du kurz danach gehst.